Cannabis-Getränke: Wer stellt sie her? Top-Hersteller im Überblick

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Cannabis-Getränke: Wer stellt sie her? Top-Hersteller im Überblick

2 Jul 2026

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in Ihren lokalen Supermarkt oder eine spezialisierte Shop-Ecke. Anstatt nur der üblichen Energydrinks und Limonaden sehen Sie Flaschen mit Etiketten, die versprechen, Ihnen zu helfen, entspannter zu sein oder den Tag besser zu beginnen - ohne das typische „High“ von traditionellem Konsum. Das ist die neue Realität der Cannabis-Getränke. Aber wer steckt wirklich hinter diesen Produkten? Ist es ein einzelner Riese wie Coca-Cola, oder ist es ein buntes Flickenteppich aus Startups und etablierten Getränkefirmen?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt nicht eine Firma. Der Markt für Cannabis-Getränke ist fragmentiert, schnell wachsend und stark von der geografischen Lage abhängig. In Ländern wie Kanada, den USA (in legalisierten Bundesstaaten) und Teilen Europas dominieren verschiedene Player. Da wir uns hier in Deutschland befinden und das Jahr 2026 ist, müssen wir einen wichtigen Unterschied machen: Meistens geht es bei legal erhältlichen Getränken um CBD (Cannabidiol), während THC-haltige Getränke oft noch Grauzonen oder spezifische medizinische/privatrechtliche Nischen darstellen, je nach aktueller Auslegung des Cannabisgesetzes.

Die globalen Pioniere: Wer hat angefangen?

Wenn man fragt, wer Cannabis-Getränke macht, muss man zuerst auf die Märkte schauen, die schon länger liberalisiert sind. Hier haben einige Unternehmen den Standard gesetzt.

In Kanada, wo Cannabis seit 2018 landesweit legal ist, ist Tilray einer der bekanntesten Namen. Tilray, ursprünglich als Biotech-Firma gestartet und später zum Cannabis-Konzern geworden, hat seine Marke Tilray Drinks aufgebaut. Sie produzieren eine Reihe von Produkten, darunter alkoholfreie Erfrischungsgetränke mit THC und CBD. Ihr Ansatz war es, die Erfahrung des Trinkens zu normalisieren, ähnlich wie man Wein oder Bier trinkt, aber mit anderen Wirkstoffen.

Ebenfalls in Nordamerika aktiv ist Canopy Growth, ein weiterer kanadischer Gigant. Sie arbeiten eng mit Partnern zusammen, um innovative Formate zu entwickeln. Ein wichtiger Name in diesem Zusammenhang ist Reign Craft Cannabis Beverages, eine Marke, die Canopy unterstützt und sich auf handwerklich hergestellte, hochwertige Cannabis-Drinks konzentriert. Diese Firmen zeigen, dass große Kapitalisierung nötig ist, um in regulierten Märkten Fuß zu fassen.

Doch der vielleicht berühmteste Name, wenn es um die Mainstream-Akzeptanz geht, kommt aus dem Bereich der Alkoholindustrie. Anheuser-Busch InBev (AB InBev), der weltweit größte Brauerei-Konzern, hat durch seine Beteiligung an Craft Brew Alliance und Investitionen in Startups wie Vessel (ehemals Cann) signalisiert, dass sie ernsthaft in diese Branche investieren. AB InBev sieht Cannabis-Getränke nicht als Bedrohung, sondern als Chance, um Kunden zu binden, die weniger Alkohol trinken wollen.

Der europäische und deutsche Kontext: CBD vs. THC

Hier wird es komplizierter. In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist die Situation anders als in Kanada oder Colorado. Während der Besitz von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, bleibt der kommerzielle Verkauf von THC-haltigen Lebensmitteln und Getränken über regulierte Dispensaries streng geregelt oder sogar verboten, je nach Interpretation des Lebensmittelrechts.

Daher sind die meisten „Cannabis-Getränke“, die Sie heute in deutschen Online-Shops oder ausgewählten Läden finden, CBD-Getränke. CBD steht für Cannabidiol, einen Bestandteil der Hanfpflanze, der keine psychoaktiven Eigenschaften hat. Sie werden nicht „high", aber viele Nutzer berichten von einem entspannenden Effekt.

Wer macht diese CBD-Getränke? Hier spielen mehrere Akteure:

  • Viva Naturals: Eine US-Marke, die international sehr stark vertrieben wird und auch in Europa erhältlich ist. Sie sind bekannt für ihre hohe Qualität und transparente Laborberichte.
  • Faberlic oder lokale deutsche Marken wie Hanfparadies oder CBD Oil Club: Diese Anbieter fokussieren sich auf den europäischen Markt und bieten oft Säfte, Elixier oder sprudelnde Getränke an.
  • Große Getränkekonzerne experimentieren: Auch in Europa testen Firmen wie PepsiCo oder Nestlé in einigen Märkten CBD-haltige Produkte, oft unter eigenen Sub-Marken oder durch Partnerschaften.
Nahaufnahme eines klaren Getränks mit Nano-Emulsion

Warum trinken Menschen Cannabis-Getränke?

Es geht nicht nur um Neugierde. Die Gründe, warum Verbraucher zu diesen Getränken greifen, sind vielfältig und treiben die Innovation der Hersteller voran.

  1. Schnellere Wirkung: Im Gegensatz zu Edibles (wie Gummibärchen), die erst verdaut werden müssen und bis zu zwei Stunden brauchen können, wirken Getränke oft schneller. Flüssigkeiten werden schneller vom Körper aufgenommen.
  2. Dosierungskontrolle: Viele Hersteller nutzen Nanotechnologie oder Emulsionsverfahren, um das CBD oder THC besser in Wasser zu lösen. Das ermöglicht eine präzisere Dosierung pro Dose.
  3. Gesundheitsbewusstsein: Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zu Alkohol oder Koffein. Cannabis-Getränke werden als „funktionale Getränke“ vermarktet - also Getränke, die einen zusätzlichen Nutzen für das Wohlbefinden bieten.
  4. Soziale Akzeptanz: Ein Glas in der Hand zu halten, das aussieht wie ein normales Erfrischungsgetränk, fühlt sich für viele sozial akzeptabler an als das Rauchen oder das Essen eines „High-Gummies".

Technologie hinter dem Geschmack: Warum schmecken sie nicht alle nach Gras?

Ein häufiges Problem bei frühen Cannabis-Produkten war der bittere, erdige Geschmack des Extrakts. Die heutigen Hersteller lösen dieses Problem mit fortschrittlicher Technologie.

Die Schlüsseltechnologie heißt Nano-Emulsion. Dabei werden die Cannabinoid-Moleküle so klein zerkleinert, dass sie sich homogen in Wasser verteilen. Das hat zwei Vorteile:

  • Das Getränkt wirkt klarer und trübt nicht.
  • Der unerwünschte Pflanzen-Geschmack wird maskiert oder eliminiert, sodass natürliche Aromen wie Zitrone, Beeren oder Ingwer durchkommen.

Firmen wie Green Wave oder Trulieve (in den USA) investieren stark in diese Forschung, um Produkte zu schaffen, die geschmacklich mit normalen Softdrinks mithalten können.

Laborsetting: Hanfextrakt und Technologie für Drinks

Rechtliche Fallstricke und Sicherheit

Bevor Sie kaufen, sollten Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Nicht jeder Behälter, der „Cannabis Drink“ draufhat, ist sicher oder legal.

Wichtige Kriterien beim Kauf von Cannabis-Getränken
Kriterium Was bedeutet das? Warum ist es wichtig?
Laboranalyse (COA) Zertifikat eines unabhängigen Labors Beweist, dass das Produkt frei von Schädlingen, Pestiziden und Schwermetallen ist und die angegebene Menge CBD/THC enthält.
Herkunftsland Wo wurde der Hanf angebaut? Europäischer Hanf unterliegt strengen EU-Richtlinien. Importe aus Drittländern können andere Standards haben.
Art des Extrakts Full-Spectrum, Broad-Spectrum oder Isolat Full-Spectrum enthält alle Pflanzenbestandteile (inkl. Spuren THC). Isolat ist reines CBD. Wählen Sie je nach gewünschten Effekt und rechtlicher Toleranz.
Zusatzstoffe Zucker, künstliche Aromen Viele Cannabis-Drinks sind stark gezuckert. Achten Sie auf zuckerfreie Varianten, wenn Sie gesund bleiben wollen.

In Deutschland müssen CBD-Produkte als „Neue Lebensmittel“ gemeldet sein, wenn sie nach dem 15. Mai 2017 erstmals in Verkehr gebracht wurden. Seriöse Händler geben diese Informationen offen preis.

Zukunftsausblick: Wo geht die Reise hin?

Der Markt für Cannabis-Getränke wächst exponentiell. Analysten prognostizieren, dass dieser Sektor bald einen großen Teil des gesamten Cannabis-Marktes ausmachen wird. Wir werden wahrscheinlich sehen, dass:

  • Große Fast-Food-Ketten und Getränkemultis eigene Linien einführen.
  • Die Technologie immer effizienter wird, was die Kosten senkt.
  • Die Regulierung in Europa möglicherweise harmonisiert wird, was den Handel erleichtert.

Für den Verbraucher bedeutet das: Mehr Auswahl, bessere Preise und höhere Qualität. Doch bleiben Sie kritisch. Lesen Sie die Etiketten, kennen Sie Ihre Grenzen und kaufen Sie nur bei vertrauenswürdigen Händlern.

Kann ich von CBD-Getränken high werden?

Nein. CBD (Cannabidiol) ist nicht psychoaktiv. Es führt nicht zum High-Gefühl, das mit THC verbunden ist. Allerdings enthalten manche Full-Spectrum-CBD-Produkte minimale Spuren von THC (unter 0,2 % oder 0,3 %, je nach Gesetzgebung). Diese Mengen sind normalerweise zu gering, um eine berauschende Wirkung zu erzielen, aber empfindliche Personen sollten dies beachten.

Sind Cannabis-Getränke in Deutschland legal?

CBD-Getränke sind in Deutschland legal, solange der THC-Gehalt unter der gesetzlichen Grenze liegt (maximal 0,2 % bzw. 0,3 % je nach Produktart und Herkunft) und sie als Lebensmittel zugelassen sind. THC-haltige Getränke für den Freizeitkonsum sind jedoch weiterhin restriktiv geregelt und nicht einfach im Supermarkt erhältlich. Prüfen Sie immer die aktuelle Rechtslage.

Wie lange dauert es, bis ein Cannabis-Drink wirkt?

Im Vergleich zu herkömmlichen Edibles wirken Getränke oft schneller. Dank Nano-Emulsionstechnologien kann die Wirkung innerhalb von 15 bis 45 Minuten einsetzen. Bei traditionellen Methoden kann es länger dauern. Die Dauer der Wirkung hängt von der individuellen Verstoffwechselung, der Dosierung und ob man nüchtern isst oder nicht.

Welche bekannten Marken gibt es für CBD-Getränke?

Internationale bekannte Marken sind Viva Naturals, Lazarus Naturals und cbdMD. Im deutschsprachigen Raum sind Anbieter wie Hanfparadies, CBD Oil Club und diverse lokale Manufakturen vertreten. Für THC-Getränke (in legalen Märkten wie Kanada) sind Tilray und Canopy Growth führend.

Kann ich Cannabis-Getränke selbst herstellen?

Ja, theoretisch können Sie CBD-Öl in Saft mischen. Allerdings löst sich Öl nicht gut in Wasser. Ohne spezielle Emulgatoren oder Nano-Technik schwimmt das Öl oben ab, was die Dosierung ungenau macht. Für eine gleichmäßige Verteilung und besseren Geschmack sind kommerzielle Produkte mit Emulsionstechnologie meist überlegen.