Warum du essen solltest, wenn du high bist: Die Wissenschaft hinter Cannabis und Appetit

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Warum du essen solltest, wenn du high bist: Die Wissenschaft hinter Cannabis und Appetit

8 Jan 2026

Wenn du high bist, hast du plötzlich Hunger - nicht nur ein bisschen, sondern so stark, dass du alles in deinem Kühlschrank verschlingst, was nicht beißfest ist. Das ist nicht nur ein Mythos. Es ist Biologie. Und es ist kein Zufall, dass du plötzlich nach Salz, Zucker und Fett verlangst. Der Grund liegt in deinem Gehirn, genauer gesagt in den Cannabinoid-Rezeptoren, die THC aktiviert. Diese Rezeptoren sind überall verteilt - auch im Hypothalamus, dem Teil deines Gehirns, der Hunger und Sättigung steuert. Wenn THC diese Rezeptoren anspricht, sendet dein Körper Signale, die dich dazu bringen, Essen zu suchen. Und zwar nicht, weil du es brauchst, sondern weil dein Gehirn es als lebenswichtig einstuft.

Warum du nicht einfach warten solltest

>Viele denken: „Ich warte, bis der Effekt nachlässt.“ Aber das ist ein Fehler. Wenn du den Hunger unterdrückst, während THC aktiv ist, riskierst du nicht nur Unbehagen - du verpasst auch die Chance, deine Ernährung bewusst zu steuern. Der sogenannte „Munchies“-Effekt ist nicht nur ein Nebeneffekt. Er ist ein evolutionärer Mechanismus. In der Natur könnte eine Pflanze wie Cannabis Tiere dazu bringen, Samen zu verbreiten, indem sie sie hungrig macht und sie dazu bringt, mehr zu fressen und sich zu bewegen. Bei Menschen funktioniert das ähnlich: Du wirst aktiver, du suchst nach Nahrung, und dein Körper verarbeitet sie anders.

Wenn du nichts isst, während du high bist, kann das zu Blutzuckerschwankungen führen. Du fühlst dich danach müde, gereizt, manchmal sogar krank. Das liegt daran, dass dein Körper während der Cannabis-Wirkung mehr Energie verbraucht. Dein Herzschlag steigt leicht, deine Stoffwechselrate beschleunigt sich. Ohne ausreichende Nahrungsaufnahme wird dein Körper auf gespeicherte Energie zurückgreifen - und das führt zu einem Crash, der viel schlimmer ist als der normale Hangover.

Was du essen solltest - und was du lieber nicht anrührst

Nicht alles, was du während des Highs isst, ist gleich gut. Du hast jetzt die Macht, bewusst zu wählen. Denn dein Körper ist in einem Zustand, in dem er Nährstoffe besonders gut aufnimmt. Die Schlüssel sind: Proteine, Ballaststoffe und gesunde Fette.

  • Avocados: Reich an gesunden Fetten und Kalium. Sie sättigen langanhaltend und stabilisieren den Blutzucker.
  • Geröstete Nüsse: Mandeln, Walnüsse, Cashews - sie liefern Protein und Magnesium, das bei Cannabis-Konsum oft abgebaut wird.
  • Haferflocken mit Banane und Zimt: Komplexe Kohlenhydrate + natürlicher Zucker + Antioxidantien. Perfekt für einen sanften Energieboost.
  • Yogurt mit Beeren und Chiasamen: Probiotika für die Darmgesundheit - und Cannabis kann den Darmtrakt beeinflussen.
  • Suppen oder Eintöpfe: Warm, leicht verdaulich, nährstoffdicht. Ideal, wenn du dich nicht auf komplizierte Mahlzeiten konzentrieren kannst.

Vermeide hingegen: frittierte Snacks, industriell verarbeitete Süßigkeiten und stark gesalzene Chips. Sie geben dir kurzfristig ein Gefühl von Befriedigung, aber langfristig sorgen sie für Entzündungen, Magenbeschwerden und einen heftigen Absturz. Du willst dich gut fühlen - nicht krank danach.

Wissenschaftliche Darstellung des Gehirns mit hunger- und geruchsauslösenden Neuronen.

Die Wissenschaft hinter dem Hunger

Studien aus dem Jahr 2023 an der Universität von Kalifornien haben gezeigt, dass THC die Aktivität von Neuronen im Hypothalamus erhöht, die normalerweise Hunger unterdrücken - und gleichzeitig die Neuronen aktiviert, die Hunger signalisieren. Das Ergebnis: Dein Gehirn „sieht“ keinen Hunger, obwohl dein Körper ihn braucht. Es ist, als ob dein Appetit auf Vollgas gestellt wird, während deine Sättigungssignale abgeschaltet sind.

Ein weiterer Faktor: Cannabinoide steigern die Wahrnehmung von Gerüchen und Geschmack. Du schmeckst Pizza nicht nur besser - du riechst sie schon, bevor du sie siehst. Das liegt an der Aktivierung der olfaktorischen Hirnregionen. Diese Veränderung ist evolutionär sinnvoll: In der Natur bedeutet ein stärkerer Geruchssinn, dass du essbare Pflanzen schneller findest. Bei Menschen führt das dazu, dass du dich zu Lebensmitteln hingezogen fühlst, die sonst nicht auf deiner Liste stehen würden.

Wie du den Hunger kontrollierst - ohne zu verhungern

Es geht nicht darum, den Hunger zu bekämpfen. Es geht darum, ihn zu leiten. Hier sind drei einfache Regeln:

  1. Essen vorher planen: Bevor du dich entscheidest, Cannabis zu konsumieren, bereite ein paar gesunde Snacks vor. Gib dir selbst eine klare Regel: „Ich esse nur, wenn ich etwas Gesundes vor mir habe.“
  2. Wasser trinken, bevor du isst: Oft verwechseln wir Durst mit Hunger. Trinke ein großes Glas Wasser, warte fünf Minuten - dann entscheide, ob du wirklich Hunger hast.
  3. Essen in Portionen aufteilen: Gib dir nicht die ganze Packung Nüsse oder den ganzen Teller Reis. Nimm dir eine kleine Schüssel, setz dich hin und iss bewusst. So vermeidest du, dass du automatisch weitergriffst.

Ein Tipp aus der Praxis: Lege eine kleine Schale mit Rosinen, Mandeln und dunkler Schokolade (70% Kakao) neben deine Couch. Wenn der Hunger kommt, greifst du automatisch dazu - und nicht zur Chipspackung.

Gesunde Snacks auf Holztablett neben Cannabis-Packung und Wasser.

Was passiert, wenn du nicht isst?

Wenn du den Hunger ignorierst, während du high bist, passiert Folgendes:

  • Dein Blutzucker fällt ab - du wirst schwindelig, müde, unruhig.
  • Dein Körper beginnt, Cortisol (das Stresshormon) auszuschütten, um Energie zu mobilisieren - das kann Angst verstärken.
  • Dein Darm verlangsamt sich - du bekommst Verstopfung oder Blähungen.
  • Deine Konzentration leidet - du kannst dich nicht mehr auf Filme, Musik oder Gespräche konzentrieren.

Das ist kein „typischer High“ - das ist dein Körper in Not. Du hast die Wahl: Entweder du gibst ihm, was er braucht - oder du lässt ihn hungern und wunderst dich später, warum du dich so elend fühlst.

Warum das auch für langfristige Gesundheit zählt

Wenn du regelmäßig Cannabis konsumierst, wird dein Appetit immer wieder angeregt. Wer das nicht bewusst steuert, neigt dazu, sich über Monate hinweg ungesund zu ernähren. Das führt zu Gewichtszunahme, Entzündungen im Körper und einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen. Aber: Wer bewusst isst, während er high ist, kann das sogar nutzen, um seine Ernährung zu verbessern.

Einige Menschen mit chronischen Schmerzen oder Übelkeit nutzen Cannabis gezielt, um wieder Appetit zu bekommen - und sie essen dann bewusst nährstoffreiche Mahlzeiten. Es ist kein Zufall, dass Ärzte bei Krebspatienten oft Cannabis zur Appetitanregung verschreiben. Der Effekt ist real. Und er ist nicht nur kurzfristig.

Wenn du Cannabis konsumierst, um zu entspannen, zu genießen oder zu heilen - dann lass dich nicht von deinem Hunger überwältigen. Lass ihn dich führen. Aber mit klarem Kopf. Du bist nicht nur jemand, der high ist. Du bist jemand, der Entscheidungen trifft. Und die beste Entscheidung, die du treffen kannst, ist: Essen. Aber richtig.

Warum bekomme ich plötzlich solchen Hunger, wenn ich high bin?

THC aktiviert Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn, besonders im Hypothalamus, der Hunger und Sättigung steuert. Dadurch wird das Hungergefühl verstärkt, während das Sättigungsgefühl unterdrückt wird. Gleichzeitig wird dein Geruchssinn geschärft, sodass Essen viel verlockender erscheint.

Sollte ich immer essen, wenn ich high bin?

Nicht immer - aber du solltest nicht warten, bis du extrem hungrig bist. Trinke zuerst Wasser, warte fünf Minuten und entscheide dann bewusst. Wenn du Hunger hast, iss etwas Nährstoffreiches. So vermeidest du einen Blutzuckercrash und einen ungesunden Essanfall.

Welche Snacks sind am besten für den High?

Avocados, Nüsse, Haferflocken mit Banane, Joghurt mit Beeren, Suppen oder Eintöpfe. Diese Lebensmittel liefern langanhaltende Energie, gesunde Fette, Proteine und Ballaststoffe - und helfen dir, dich gut zu fühlen, ohne danach krank zu werden.

Kann ich durch High-Essen Gewicht zulegen?

Ja, wenn du regelmäßig ungesunde Snacks isst - Chips, Süßigkeiten, Fast Food. Aber wenn du bewusst nährstoffreiche Lebensmittel wählst, kann das sogar helfen, dein Gewicht zu stabilisieren. Es geht nicht um die Menge, sondern um die Qualität.

Warum fühle ich mich danach oft müde oder krank?

Weil dein Körper ohne ausreichende Nahrung auf gespeicherte Energie zurückgreift und Stresshormone wie Cortisol ausschüttet. Außerdem führen industrielle Zucker- und Fettquellen zu Entzündungen und Blutzuckerschwankungen. Das führt zu Müdigkeit, Reizbarkeit und Magenproblemen.