Was ist der Unterschied zwischen Hanf und CBD?

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Was ist der Unterschied zwischen Hanf und CBD?

18 Feb 2026

Vielleicht hast du schon mal ein Produkt mit CBD gesehen und dich gefragt: Ist das nicht einfach Hanf? Oder hast du ein Hanf-Smoothie-Rezept gesehen und gedacht, das muss doch das gleiche sein wie CBD-Öl? Die Wahrheit ist: Hanf und CBD sind verwandt, aber nicht dasselbe. Und das ist wichtig zu verstehen, besonders wenn du Lebensmittel oder Ergänzungsmittel mit diesen Stoffen konsumierst.

Hanf ist eine Pflanze - CBD ist ein Stoff darin

Hanf ist eine Varietät der Pflanze Cannabis sativa. Sie wächst wie andere Pflanzen: Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten. Hanf wird seit Tausenden von Jahren angebaut - für Seile, Stoffe, Öl, Nahrung und Medizin. Heute wird Hanf vor allem für seine Samen, seine Fasern und seine chemischen Verbindungen genutzt. Eine dieser Verbindungen ist CBD - kurz für Cannabidiol.

Stell dir Hanf als einen Apfelbaum vor. Der Baum ist Hanf. Die Äpfel sind die Blüten. Und CBD ist wie ein bestimmter Zucker im Apfel. Nicht jeder Apfel hat dieselbe Menge Zucker - und nicht jede Hanfpflanze hat dieselbe Menge CBD. Die meisten Hanfsorten, die heute legal in Deutschland angebaut werden, enthalten weniger als 0,2 % THC (das psychoaktive Molekül in Marihuana) und nur geringe Mengen CBD. Das bedeutet: Hanfblüten allein enthalten nicht genug CBD, um eine starke Wirkung zu haben.

CBD wird aus Hanf extrahiert - aber nicht jeder Hanf ist gut für CBD

CBD wird nicht einfach aus jeder Hanfpflanze gewonnen. Es gibt speziell gezüchtete Hanfsorten, die reich an CBD und arm an THC sind. Diese Sorten werden als CBD-Hanf oder Industriehanf mit hohem CBD-Gehalt bezeichnet. Sie werden gezielt angebaut, um die CBD-Konzentration in den Blüten zu maximieren. Die Blüten werden dann geerntet, getrocknet und mit Hilfe von Lösungsmitteln oder CO₂-Extraktion das CBD herausgezogen.

Du kannst CBD als konzentrierte Form sehen - wie Saft aus Orangen. Orangen enthalten Vitamin C, aber du trinkst nicht einfach die ganze Orange, wenn du Vitamin C brauchst. Du presst sie und bekommst den Saft. Genauso wird CBD aus Hanf extrahiert, um eine höhere Dosis zu bekommen. Ein Tropfen CBD-Öl enthält viel mehr CBD als ein Teelöffel Hanfsamen.

Hanfprodukte in der Küche - was ist drin?

Hanf wird in vielen Lebensmitteln verwendet: Hanfsamen, Hanföl, Hanfproteinpulver. Aber Achtung: Diese Produkte enthalten fast kein CBD. Hanfsamen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß und Mineralstoffen. Hanföl, das aus den Samen gepresst wird, hat eine schöne nussige Note und ist gut für Salate. Aber es enthält nur Spuren von CBD - oft weniger als 0,001 %. Das ist so gut wie nichts.

Wenn du ein Hanf-Smoothie trinkst, bekommst du Nährstoffe - aber keine signifikante Menge CBD. Wenn du ein CBD-Öl nimmst, bekommst du eine gezielte Dosis eines Wirkstoffs. Das ist ein großer Unterschied. Viele Leute kaufen Hanföl, weil sie denken, es sei CBD-Öl. Und dann wundern sie sich, warum sie keine Wirkung spüren.

Two jars side by side: one with hemp seeds, one with CBD oil, on a kitchen counter.

Was ist mit Hanfblüten? Darf man die essen?

In Deutschland ist der Verkauf von Hanfblüten zum Verzehr rechtlich umstritten. Hanfblüten enthalten zwar nur wenig THC (unter 0,2 %), aber sie enthalten auch andere Cannabinoide - inklusive CBD. Der Gesetzgeber sieht Hanfblüten als „nicht als Lebensmittel“ an, weil sie nicht ausreichend untersucht sind. Deshalb findest du sie meist nur als „Zierpflanze“ oder „für Sammler“ vermarktet. Du kannst sie nicht legal als Tee oder in Müslis verkaufen.

Einige Anbieter verkaufen trotzdem Hanfblüten als „Essen“ - das ist ein Graubereich. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat noch keine Zulassung für CBD als Lebensmittelzusatz erteilt. Das heißt: Solange keine klare Genehmigung vorliegt, ist CBD in Lebensmitteln nicht offiziell erlaubt. Aber viele Produkte sind trotzdem auf dem Markt - oft mit unscharfen Angaben wie „enthält CBD“ oder „mit Hanfextrakt“.

Wie du den Unterschied erkennst - ein praktischer Leitfaden

  • Hanfsamen - braun, nussig, reich an Eiweiß und Fettsäuren - kein CBD
  • Hanföl - aus den Samen gepresst, grünlich, für Salate - fast kein CBD
  • Hanfproteinpulver - aus den Samen hergestellt, für Smoothies - kein CBD
  • CBD-Öl - aus Hanfblüten extrahiert, oft in Tropfflaschen - hohes CBD
  • CBD-Kapseln - konzentriertes CBD in Kapseln - klare Dosis
  • Hanfblüten zum Rauchen - legal als Zierpflanze, nicht als Lebensmittel - enthält CBD, aber nicht für den Verzehr zugelassen

Wenn du ein Produkt kaufst, schau auf die Zutatenliste. Steht da „Hanföl“? Dann ist es wahrscheinlich nur Nährstoffe. Steht da „Cannabidiol“ oder „CBD-Extrakt“? Dann ist es ein Wirkstoff. Und wenn du auf der Packung „CBD-Gehalt: 5 %“ siehst, dann ist das ein Produkt, das gezielt mit CBD angereichert wurde.

Two people on separate paths, one drinking hemp smoothie, one taking CBD oil, connected by a hemp plant.

Warum ist das wichtig für dich?

Weil du nicht für das gleiche Geld zwei verschiedene Dinge kaufen solltest. Wenn du nach einer beruhigenden Wirkung suchst - etwa wegen Stress oder Schlafstörungen - brauchst du CBD. Hanföl hilft dir da nicht. Wenn du deine Ernährung mit Omega-3 anreichern willst, ist Hanföl eine gute Wahl. CBD ist da nicht nötig.

Und wenn du CBD für medizinische Zwecke einnimmst - etwa wegen Schmerzen oder Entzündungen - dann musst du wissen, wie viel davon drin ist. Ein Produkt mit 0,1 % CBD ist kaum wirksam. Ein Produkt mit 10 % CBD ist eine starke Dosis. Die Angaben auf der Packung müssen klar sein. Und wenn sie es nicht sind, dann ist das Produkt nicht seriös.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Studien zeigen, dass CBD eine beruhigende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung haben kann. Diese Effekte wurden in klinischen Versuchen mit konzentriertem CBD beobachtet - nicht mit Hanföl oder Hanfsamen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat 2021 ein CBD-Medikament (Epidyolex) für schwere Epilepsie bei Kindern zugelassen. Das ist ein Medikament mit 98 % reinem CBD. Kein Hanf. Kein Extrakt. Reines CBD.

Das zeigt: CBD ist kein Nahrungsergänzungsmittel, das man aus Hanf einfach rauszieht. Es ist ein Wirkstoff, der gezielt hergestellt, dosiert und kontrolliert wird. Hanf ist die Quelle - aber nicht der Wirkstoff.

Was kommt als Nächstes?

Die EU plant bis 2026 eine neue Regelung für CBD in Lebensmitteln. Vielleicht wird es dann klarer, was erlaubt ist. Aber bis dahin: Verlasse dich nicht auf Marketing-Begriffe wie „CBD-Hanf“ oder „CBD-reiches Hanföl“. Lies die Zutatenliste. Schau auf die Analyse. Frag nach dem CBD-Gehalt in Milligramm pro Portion. Und wenn du unsicher bist: Suche nach Produkten, die ausdrücklich als „CBD-Öl“ oder „CBD-Extrakt“ gekennzeichnet sind - nicht als „Hanfprodukt“.

Hanf ist ein wertvolles Lebensmittel. CBD ist ein potenter Wirkstoff. Sie kommen aus derselben Pflanze - aber sie sind nicht austauschbar. Und das solltest du wissen, bevor du das nächste Mal etwas kaufst.