Wie hoch ist der Anteil von THCP in Cannabis?

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Wie hoch ist der Anteil von THCP in Cannabis?

11 Feb 2026

Wenn du dich mit den neueren Cannabinoiden beschäftigst, hast du vielleicht schon von THCP gehört. Aber wie viel davon ist eigentlich in Cannabis enthalten? Die Antwort ist einfach: THCP kommt in extrem geringen Mengen vor - oft weniger als 0,1 % des gesamten Cannabinoid-Gehalts. Das macht es zu einem der seltensten und am wenigsten erforschten Cannabinoide, trotz seiner starken Wirkung.

Was ist THCP überhaupt?

THCP, kurz für Tetrahydrocannabiphorol, ist ein natürliches Cannabinoid, das erstmals 2019 von italienischen Forschern identifiziert wurde. Es ist chemisch gesehen eine längere Version von THC, dem Hauptpsychoaktiven Stoff in Cannabis. Während THC eine 5-Kohlenstoff-Kette hat, besitzt THCP eine 7-Kohlenstoff-Kette. Diese kleine Veränderung macht es viel effektiver an den CB1-Rezeptoren im Gehirn zu binden - bis zu 33-mal stärker als THC, laut einer Studie der Universität Florenz.

Das bedeutet: Selbst winzige Mengen von THCP können eine starke Wirkung entfalten. Einige Nutzer berichten von intensiveren, längeren Rauschzuständen, selbst wenn sie nur geringe Mengen Cannabis konsumieren. Doch weil es so selten vorkommt, ist es schwer, diese Wirkung in der Praxis zu reproduzieren - es sei denn, das Produkt wurde gezielt angereichert.

Wo findet man THCP in der Natur?

THCP ist nicht in jeder Cannabis-Sorte vorhanden. Es kommt nur in einigen seltenen Stämmen vor, und selbst dann in mikroskopisch kleinen Mengen. Die meisten kommerziellen Sorten enthalten gar kein messbares THCP. Eine Analyse von über 200 Cannabis-Proben aus Europa und Nordamerika zeigte, dass nur drei davon einen THCP-Gehalt von mehr als 0,05 % aufwiesen. In den meisten Fällen lag der Wert bei 0,001 % bis 0,02 %.

Das ist vergleichbar mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Wenn du ein Gramm Cannabis mit 20 % THC hast, dann enthält es vielleicht 0,0002 Gramm THCP - das ist weniger als ein Tropfen Wasser in einem Eimer. Selbst in sogenannten "high-THCP"-Sorten, die online angeboten werden, ist der tatsächliche Gehalt oft niedriger als behauptet. Viele Produkte sind mit synthetischem THCP angereichert, nicht mit natürlichem.

Warum ist THCP so selten?

Die Natur produziert THCP nur in winzigen Mengen, weil die biochemischen Prozesse in der Pflanze dafür nicht optimiert sind. Die Enzyme, die Cannabinoide herstellen, bevorzugen die kürzeren Ketten wie THC und CBD. THCP entsteht nur, wenn zufällig ein längerer Baustein in den Stoffwechselweg eingebaut wird - ein seltener Zufall.

Einige Forscher vermuten, dass THCP eine evolutionäre Rolle spielen könnte, etwa als Abwehrmechanismus gegen bestimmte Insekten oder Pilze. Aber bislang gibt es keine eindeutigen Beweise dafür. Die meisten Pflanzen, die wir heute anbauen, wurden über Jahrzehnte hinweg auf hohen THC- oder CBD-Gehalt gezüchtet - nicht auf seltene Cannabinoide wie THCP.

Vergleich zwischen natürlichem Cannabis-Extrakt mit minimalem THCP und synthetischem THCP in einer Konzentratflasche.

Wie wird THCP in Produkten verwendet?

Da natürliche THCP-Quellen so knapp sind, wird es heute meist synthetisch hergestellt. Hersteller nutzen chemische Prozesse, um THCP aus CBD oder anderen Cannabinoiden herzustellen. Diese synthetischen Versionen sind oft reiner und konzentrierter als das, was die Pflanze produziert.

Viele Produkte, die als "THCP-Öl" oder "THCP-Drops" verkauft werden, enthalten also gar kein natürliches THCP. Sie enthalten synthetisches THCP, das in der Laboratmosphäre hergestellt wurde. Diese Produkte können einen Gehalt von 1 % bis 20 % aufweisen - aber das hat nichts mit der natürlichen Konzentration in Cannabis zu tun.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Wenn du ein Cannabis-Produkt kaufst und dich fragst: "Wie viel THCP ist drin?", dann musst du zwischen zwei Dingen unterscheiden:

  • Natürliches THCP - in der Pflanze enthalten, meist unter 0,05 %, kaum messbar, kaum wirksam.
  • Synthetisches THCP - hinzugefügt, oft 1-20 %, stark wirksam, aber nicht natürlich.

Die meisten Verbraucher, die von "THCP-Effekten" berichten, haben nicht das natürliche Cannabinoid konsumiert, sondern ein angereichertes Produkt. Das ist nicht schlecht - aber es ist wichtig, das zu wissen. Ein Produkt mit 15 % synthetischem THCP ist nicht "starkes Cannabis" - es ist ein chemisch verändertes Medikament.

Ein Heuhaufen mit einem einzigen, schimmernden THCP-Kristall als Nadel, umgeben von vielen kleineren Cannabinoid-Molekülen.

Wie misst man THCP?

Standard-Labortests für Cannabis messen meist nur THC, CBD und manchmal CBG. THCP wird nur von spezialisierten Laboren analysiert, die spezielle Chromatographie-Methoden verwenden. Selbst in Zertifizierungsstellen wird THCP oft übersehen, weil es nicht zur Standardprüfung gehört.

Wenn du wissen willst, wie viel THCP in deinem Produkt enthalten ist, brauchst du einen vollständigen Cannabinoid-Profil-Test. Solche Tests kosten zwischen 80 und 150 Euro und werden nur von wenigen Anbietern angeboten. Die meisten Einzelhändler geben diese Daten nicht weiter - es sei denn, sie haben ein hochwertiges, labortestetes Produkt.

Die Zukunft von THCP

Forscher untersuchen THCP heute vor allem für medizinische Anwendungen. Einige Studien deuten darauf hin, dass es bei starken Schmerzen, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit helfen könnte - möglicherweise besser als THC. Doch weil es so selten ist, gibt es noch keine klinischen Studien mit Menschen.

Die Industrie hingegen setzt auf synthetisches THCP, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. In den USA und Europa gibt es bereits Gummibärchen, Tropfen und Vaporizer mit THCP. Aber die Regulierung hinkt hinterher. In vielen Ländern ist synthetisches THCP rechtlich in einer Grauzone - es ist nicht explizit verboten, aber auch nicht klar geregelt.

Was bleibt, ist die einfache Wahrheit: THCP ist kein Hauptbestandteil von Cannabis. Es ist ein Nebenprodukt - ein Raritätsstoff, der in der Natur kaum eine Rolle spielt. Seine Wirkung ist faszinierend, aber seine natürliche Präsenz ist verschwindend gering. Wer nach THCP sucht, sucht eigentlich nach einem synthetischen Produkt - nicht nach einem natürlichen.

Ist THCP legal?

In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist synthetisches THCP rechtlich umstritten. Es ist nicht explizit als Betäubungsmittel gelistet, aber es fällt unter das sogenannte "Analoggesetz", das auch ähnliche chemische Verbindungen verbieten kann. Natürliche THCP-Mengen in Cannabis sind nicht strafbar, solange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Synthetisches THCP in Produkten ist jedoch oft illegal.

Kann man THCP in normalen Cannabis-Sorten finden?

Theoretisch ja - aber praktisch kaum. Nur wenige seltene Stämme enthalten messbare Mengen, und selbst dann liegt der Gehalt unter 0,05 %. Die meisten Produkte, die "THCP-Cannabis" versprechen, sind entweder falsch beschriftet oder mit synthetischem THCP angereichert.

Ist THCP gefährlicher als THC?

THCP bindet viel stärker an die CB1-Rezeptoren, was zu intensiveren und unvorhersehbaren Wirkungen führen kann. Menschen, die nicht an starke Cannabinoide gewöhnt sind, können Panikattacken, Übelkeit oder Tachykardie erleben. Es gibt bisher keine Langzeitstudien, aber die Risiken sind aufgrund der höheren Potenz real. Synthetisches THCP ist besonders riskant, weil es nicht standardisiert ist.

Warum wird THCP in Produkten verwendet?

Weil es eine starke Wirkung verspricht und sich gut vermarkten lässt. Hersteller nutzen es, um Produkte als "ultra-stark" oder "neuartig" zu positionieren. Da es nicht in der Natur vorkommt, können sie es billig synthetisch herstellen und mit hohen Preisen verkaufen. Viele Verbraucher wissen nicht, dass es sich um ein synthetisches Molekül handelt.

Wie kann man natürliche von synthetischen THCP-Produkten unterscheiden?

Nur durch einen vollständigen Cannabinoid-Test. Natürliche THCP-Mengen sind immer mit anderen Cannabinoiden wie CBD, CBG und THC verbunden. Synthetisches THCP ist oft isoliert und kommt in hohen Konzentrationen vor, ohne andere Cannabinoide. Wenn ein Produkt nur THCP und ein Trägeröl enthält, ist es höchstwahrscheinlich synthetisch.